Handwerker News

Mindestlohn im Baugewerbe steigt ab März 2019 an.

 

Wie hoch liegt der Mindestlohn im Baugewerbe?

 

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände der Bau-Branche haben sich auf einen neuen Bau-Mindestlohn geeinigt. Nach der Einigung ist der Mindestlohn für Hilfsarbeiter seit Januar 2018 im ersten Schritt gestiegen und erhöht sich zum 1. März 2019 erneut. Die jetzt anstehende Steigerung auf 12,20 Euro entspricht nach Angaben der Arbeitgeber einer jährlichen Erhöhung von rund vier Prozent. Für Facharbeiter klettert die Untergrenze in Westdeutschland um rund 1,7 Prozent pro Jahr auf 15,20 Euro, in Berlin auf 15,05 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende 2019.

Der Mindestlohn im Baugewerbe ist je nach Tätigkeit unterschiedlich hoch. Er ist nach zwei Lohngruppen gestaffelt: 

  • Lohngruppe 1 umfasst alle Beschäftigten, die einfache Bau- und Montagearbeiten oder einfache Wartungs- und Pflege Arbeiten an Baumaschinen und Geräten ausführen – nach genauer Anweisung einer anderen Person bzw. einer gelernten Fachkraft. Für diese Tätigkeiten ist keine Regelqualifikation vorausgesetzt. Genauer definiert sind die Tätigkeiten in § 5 Nr. 3 des Bundesrahmentarifvertrages für das Baugewerbe (BRTV).
  • Lohngruppe 2 umfasst alle Beschäftigten, die fachlich begrenzte Arbeiten (Teilleistungen eines Berufsbildes oder angelernte Spezialtätigkeiten) nach Anweisung ausüben. Die Lohngruppe 2 gilt seit 1. September 2009 nur noch in den alten Bundesländern und im Land Berlin. Auch die Tätigkeiten der Lohngruppe 2 sind

 

Höhe der Mindestlöhne im Baugewerbe

 

Lohngruppe 1 - West Lohngruppe 2 - West Lohngruppe 1 – Ost Lohngruppe 2 - Berlin
Seit 1. Januar 2017 11,30 Euro 14,70 Euro 11,30 Euro 14,55 Euro
Seit 1. Januar 2018 11,75 Euro 14, 95 Euro 11,75 Euro 14,80 Euro
Ab 1. März 2019 12,20 Euro 15,20 Euro 12,20 Euro 15,05 Euro

 

Für wen gelten die Mindestlöhne im Baugewerbe?

Die Mindestlöhne sind allgemeinverbindlich und gelten für alle gewerblichen Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob die Arbeitgeber tariflich gebunden sind oder nicht. Nicht erfasst werden jedoch jugendliche Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung und gewerbliches Reinigungspersonal, das für Reinigungsarbeiten in Verwaltungs- und Sozialräumen des Betriebes beschäftigt ist.

 

Grundsätzlich gilt der Mindestlohn der Arbeitsstelle für die Beschäftigten des Baugewerbes. Werden Beschäftigte an anderer Arbeitsstelle eingesetzt, behalten sie den Anspruch auf den Mindestlohn der Arbeitsstelle bzw. ihrer Lohngruppe, wenn der Mindestlohn der auswärtigen Arbeitsstelle niedriger ist. Ist der Mindestlohn der auswärtigen Arbeitsstelle höher, so haben sie Anspruch auf diesen Mindestlohn, solange sie auf dieser Arbeitsstelle arbeiten.

 

Mindestlohn: Was gilt bei Zuschlägen und Zulagen?

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass Zuschläge und Zulagen, die als Ausgleich für zusätzliche Leistungen des Arbeitnehmers gewährt werden, nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden können. Darauf weist der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes hin.

 

Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de

 


Bund plant höhere Meister-Bafög-Sätze

 

Nachdem bereits für das Schüler- und Studenten-Bafög eine Erhöhung beschlossen wurde, soll nun auch das Meister BAföG novelliert werden. Die Anpassung ist noch in dieser Legislaturperiode vorgesehen.
Neben Studenten und Fachschülern sollen auch angehende Meister höhere Zuschüsse für ihre Weiterbildung bekommen. Wie das Bundesbildungsministerium auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung mitteilte, plant es, das Aufstiegs-Bafög "in dieser Legislaturperiode ebenfalls zu novellieren". "Dabei sollen insbesondere die finanziellen Leistungen des Aufstiegs-Bafögs noch einmal deutlich verbessert werden, damit berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger auf ihrem Weg noch mehr unterstützt werden." Nach dem Koalitionsvertrag stünden dazu von Seiten des Bundes 350 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Wann genau das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) novelliert werden soll, ließ das Ministerium offen.

 

Erhöhung des Schüler- und Studenten-Bafög bereits beschlossen

 

Dagegen nimmt die Anhebung des Studenten-Bafögs und des Bafögs für Fachschüler schon konkrete Formen an. So soll der Förderhöchstsatz für Studenten bis Herbst 2020 in zwei Stufen von heute 735 Euro im Monat auf 861 Euro im Monat steigen. Auch die übrigen Bafög-Sätze sollen angehoben werden. So soll der Bafög-Satz für nicht mehr bei den Eltern lebenden Berufsfachschüler bis 2020 um 81 Euro auf 585 Euro erhöht werden. Dies hat auch Auswirkungen auf den geplanten Mindestlohn für Auszubildende. Denn dieser soll an das Fachschüler-Bafög von derzeit 504 Euro gekoppelt werden und würde dann entsprechend auf 585 Euro steigen.

Auch besser Förderung der Lehrgangskosten

Mit Blick auf die geplante Novellierung des Meister-Bafögs soll die Förderung der Lehrgangskosten verbessert werden. So soll der Zuschuss von derzeit 40 Prozent erhöht werden, hieß es aus dem Ministerium. Schon jetzt werden die Lehrgangskosten zu 100 Prozent gefördert. Dabei gibt es 60 Prozent als zinsgünstiges KfW-Darlehen und 40 Prozent als Zuschuss. Daneben wird derzeit bei erfolgreicher Abschlussprüfung die mögliche Darlehenslast noch um 40 Prozent verringert. Diesen Zuschuss will das Ministerium mit der Novelle ebenfalls anheben, "um erfolgreiche berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger noch einmal deutlich zu unterstützen", hieß es weiter.

Bei der geplanten Novellierung des Meister-Bafögs handelt es sich um "bundesweite und bundeseinheitliche" Leistungsverbesserungen. Die Länder seien mit 22 Prozent an der Finanzierung beteiligt. "Daher ist es für uns entscheidend, dass die Länder ihren Finanzierungsanteil an den Leistungsverbesserungen des AFBG aufbringen", betont das Ministerium. Ausweichend äußerte sich das Ministerium auf mögliche Auswirkungen auf die bisherigen "Meisterboni" oder "Meisterprämien". "Regionale und länderspezifische Aktivitäten, die regelmäßig an den Wohnsitz im jeweiligen Land gekoppelt sind, wie die ,Meister-Boni‘ oder ,Meister-Prämien‘ der Länder, sind letztlich dem Wettbewerbsföderalismus der Länder geschuldet."

 

Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de

 


Exoskelett greift Handwerkern unter die Arme

 

Arbeiten über Kopf gehören zu den schwersten Tätigkeiten im Handwerk. Je länger sie dauern, desto stärker die Belastung für den Körper. Die Folge sind Muskel-Skelett-Erkrankungen, unter denen nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter leidet, sondern das ganze Unternehmen. Doch es gibt ein Rezept, wie sich Überkopfarbeiten erleichtern lassen: das Exoskelett. 

 

Paexo wiegt weniger als zwei Kilo

 

Aus diesem Grund hatte die Firma Ottobock, Hersteller von orthopädischen Hilfsmitteln mit 100-jähriger Tradition, zur Fachmesse Bau in München dem Exoskelett einen eigenen Stand gewidmet. Hier konnten die Besucher beim Auswechseln von Deckenplatten oder Glühbirnen die Vorteile des Exoskeletts quasi am eigenen Leib erfahren. Im Selbsttest beeindruckt schon das Anlegen des Paexo, wie das Exoskelett aus dem Hause Ottobock heißt.

 

Paexo wird wie ein Rucksack angezogen, ist aber aufgrund seines geringen Gewichts von 1,9 Kilogramm kaum spürbar und kann gut einen ganzen Arbeitstag getragen werden. Anschließend müssen die Armschalen an den Oberarmen fixiert werden, was dank der Kippverschlüsse an den Gurten schnell von der Hand geht. Auch wenn es beim ersten Versuch etwas länger braucht, laut Hersteller dauert das An- und Ablegen mit etwas Übung rund 20 Sekunden.

 

Die Wirkung von Paexo wird sofort spürbar. Sobald die Arme angehoben werden, überlistet eine mechanisch ausgeklügelte Seilzugtechnik die Schwerkraft und leitet das Gewicht auf die Hüfte ab. Die Arme wirken wie beflügelt. Ab einem Winkel von 60 Grad greift Paexo dem Handwerker tatkräftig unter die Arme und entlastet bei Überkopfarbeiten die Muskeln und Gelenke im Schulterbereich.

 

Qualität der Arbeit verbessert sich

 

 

Sönke Rössing von Ottobock sieht im Exoskelett aber nicht nur gesundheitliche Vorteile. "Uns wird immer wieder berichtet, dass sich der Einsatz von Paexo auch positiv auf die Qualität der Arbeit auswirkt", so Rössing. Denn wenn die Arme bei Arbeiten über Kopf weniger schnell ermüden, können zum Beispiel Rohrverbindungen präziser gelötet werden.

 

Seit 2012 forscht Ottobock Industrials an Lösungen, mit denen sich Arbeitsplätze im Handwerk ergonomischer gestalten lassen. Das Exoskelett Paexo ist das erste marktreife Produkt, das für rund 4.900 Euro oder im Leasing angeboten wird.

Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de

 

Exoskelett Paexo von Ottobock im Einsatz

 

 

 

 

 


Höherer Mindestlohn für Gebäudereiniger 2019

 

Der Mindestlohn für Gebäudereiniger ist in allen Lohngruppen zum 1.01.2019 gestiegen. In der Lohngruppe 1 Westdeutschland stieg der Stundenlohn seit dem 1. Januar 2018 um 3 % auf 10,30 €, in Ostdeutschland 5,52 % auf 9,55 €.

Zum 1. Januar 2019 beträgt der Mindestlohn der Branche in Westdeutschland 10,56 € und in Ostdeutschland 10,05 €.

Außerdem profitieren die Azubis im 3. Lehrjahr, erstmalig erhalten diese 1.000 € Monatliche Ausbildungsvergütung im Westen. Der Osten zieht am 1. Januar 2020 nach. Im Westen erhalten die Azubis im 1. Lehrjahr 725 €, im 2. Lehrjahr 860 €.

In Ostdeutschland bekommen die Gebäudereiniger Azubis im 1. Lehrjahr 685 €, im 2. Lehrjahr 820 €.

 

Mindestlohn Gebäudereinigerhandwerk noch im Jahr 2018 seit 1. Januar 2019 ab 1. Januar 2020 ab 1. Dezember 2020
Lohngruppe 1 West (Innenreinigung) 10,30 Euro 10,56 Euro 10,80 Euro 10,80 Euro
Lohngruppe 1 Ost (Innenreinigung) 9,55 Euro 10,05 Euro 10,55 Euro 10,80 Euro
Lohngruppe 6 West (Außen- und Glasarbeiten) 13,55 Euro 13,82 Euro 14,10 Euro 14,10 Euro
Lohngruppe 6 Ost (Außen- und Glasarbeiten) 12,18 Euro 12,83 Euro 13,50 Euro 14,10 Euro

Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung


Die Beiträge zur Sozialkasse der Bauwirtschaft ( Soka- Bau) steigen 2019 deutlich an!

 

Unternehmen in den alten Bundesländern müssen 20,8 % statt bisher 20,4 %. In den neuen Bundesländern steigen die Beiträge deutlicher, von bisher 17,2 % auf 18,8 % ab 2020 sogar auf 18,9 %.

Es gibt aber auch Erleichterungen für Unternehmen. Abgeschafft wird der umstrittene Mindestbeitrag zur Ausbildungsvergütung für Einzelunternehmer, bisher lag diese bei 900€. 

Neu ist auch, dass der bisherige Zinssatz von 12 %/Jahr auf 10,8 % gesenkt wird. Verbunden damit ist die Möglichkeit für Unternehmer, bei rückständigen Beiträgen über die Zinsen zu verhandeln. Im Härtefall kann die Soka- Bau auf diese Zinsen ganz verzichten. Die Verjährungsfrist für nachträgliche Beitragsfestsetzungen werden von bisher 4 auf nun 3 Jahre reduziert.

Was ist die Soka- Bau?

Die Soka- Bau ist eine gemeinsame Einrichtung der Tarifparteien der Bauwirtschaft. Hauptverband der Deutschen Bauindustrie HDB, Industriegewerkschaft Bauen- Agrar- Umwelt und Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ZDB. Aufgaben der Soka- Bau sind die Finanzierung von Urlaubsgeldern, die Bezuschussung der Berufsausbildung, betriebliche Altersvorsorge und die Kontrolle der Mindestlöhne. Bilanzsumme 2017: 8,1 Milliarden €

Grundlage der Beitragspflicht ist der Tarifvertrag des Baugewerbes, der auf Antrag der Tarifpartner vom Bundesarbeitsministerium jedes Jahr neu für allgemeinverbindlich erklärt wird. Dadurch gelten die Tarifverträge auch für alle anderen Arbeitgeber der Branche.

Quelle: Handwerksblatt

 


Gerüstbauer: " Tragbare Einigung" beim Tarifvertrag

 

Nach einer Schlichtung haben die Tarifvertragsparteien laut der Bundesinnung für das Gerüstbauer- Gewerbe eine für beide Seiten " tragbare" Einigung gefunden. Der Ecklohn ist seit dem 1. November 2018, 3 % gestiegen. Zum 1. August 2019 bis zum 31. Juli 2020 wird er um weitere 2,4 % steigen. Darüber hinaus wird anstelle einer Einmalzahlung für die zurückliegenden 15 Monate ohne Tariflohnerhöhung das tarifliche 13. Monatseinkommen für die Laufzeit des Lohntarifvertrags in 2018 und 2019 um jeweils 27 Tarifstundenlöhne erhöht. Bei den Auszubildenden Vergütungen gibt es seit 1. Nivember in jedem Ausbildungsjahr 140 € mehr. Ab dem 1. August 2019 nochmal 25 € zusätzlich.

Quelle: Handwerksplatt


Dachdecker: Einmalzahlung für IG Bau- Mitglieder

 

Die Industriegewerkschaft Bauen- Agrar- Umwelt ( IG Bau) und der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ( ZVDH) haben den Schlichterspruch für einen neuen Tarifvertrag angenommen. Damit steigen die Löhne und Gehälter für die rund 80.000 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk um 2,7 % zum 1. Dezember. Im Oktober 2019 gibt es ein weiteres Plus von 2,9 %. Vom Schlichtungsergebnis profitiert laut dem ZVDH auch der Berufsnachwuchs. Die Ausbildungsvergütungen legen in allen Ausbildungsjahren zum 1. Dezember um Monatlich 80 € zu, ab dem 1. Seprember 2019 um Monatlich 30 €. Mit der April Abrechnung 2019 erhalten alle gewerblichen Mitarbeiter in den Dachdeckerbetrieben, die zum Zeitpunkt des Tarifabschlusses Mitglied der IG- Bau sind, eine Einmalzahlung von 360 €. Die Lohn- und Gehaltstarifverträge laufen bis zum 30. September 2020. Weiterhin werden laut ZVDH die Erstattungsleistungen durch die Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks an Ausbildungsbetriebe um 2 Monatsvergütungen im 1. Lehrjahr und 2. Lehrjahr erhöht, dies gilt ab 1. Januar 2019. Darüber hinaus wird der Soka- Beitrag für die Berufsbildung um 0,3 % auf 2 % der Bruttolohnsumme gesenkt.

Quelle: Handwerksplatt


Gründungsoffensive: " Wir gründen, um zu bleiben"

 

" Das Gründen eines Betriebes gehört zur DNA des Handwerks. Gründungen im Handwerk sind auf Langlebigkeit angelegt. Wir gründen, um zu bleiben", das erklärte der Handwerkspräsident zum Auftakt der neuen Gründungsoffensive. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaierhat die Initiative zusammen mit den Verbänden BDA, BDI, DIHK und ZDH gestartet. Gemeinsam will man mehr Menschen ermutigen, den Scgritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Für das Handwerk, sei die Qualifizierung von Gründern und Übernehmern wichtig. Dafür müssten die Berufliche Aus- und Weiterbildung sowie der Meisterbrief gestärkt werden. " Im Handwerk bieten sich mit 200.000 anstehenden Betriebsübergaben in den nächsten Jahren beste Chancen, sein eigener Chef zu werden".

Quelle: Handwerksplatt